SAP MaKo Cloud: Vorteile, Herausforderungen & Praxiswissen

Die Marktkommunikation wird für Stadtwerke und Energieversorger immer anspruchsvoller. Datenmengen wachsen, Formate ändern sich häufiger und Vorgaben müssen in immer kürzerer Zeit umgesetzt werden. Gleichzeitig erwarten Marktpartner und Aufsicht stabile und automatisierte Prozesse.

Viele EVU erleben diesen Druck täglich. Schon kleine Anpassungen bedeuten zusätzlichen Pflegeaufwand an Formaten, Regeln oder Schnittstellen und binden wertvolle Ressourcen im laufenden Betrieb. Seit MaKo 2025 ist der technische Aufwand weiter gestiegen. Komplexere Prozesse, höhere Datenvolumen und die Grenzen klassischer lokaler Systeme machen die Marktkommunikation zunehmend zu einer dauerhaften Belastung.

Immer mehr Energieversorger stellen sich deshalb die Frage, ob sie diese Last weiterhin selbst tragen müssen, oder ob es einen nachhaltigeren Weg gibt.

Genau hier setzt die SAP MaKo Cloud (SAP MaCo Cloud) an. Sie steht für einen grundlegend neuen technischen Ansatz in der Marktkommunikation, mit spürbaren Auswirkungen auf Systeme, Abläufe und die tägliche Arbeit.

Wie die SAP MaKo Cloud diese Veränderungen prägt, welche Chancen sie eröffnet und warum gezielte Qualifizierung dabei eine zentrale Rolle spielt, zeigt dieser Artikel.

Inhaltsverzeichnis

SAP S/4HANA Utilities
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Was ist die SAP MaKo Cloud?

Die SAP MaKo Cloud ist ein spezialisierter Cloud-Service von SAP, der Energieversorger bei der technischen Abwicklung der Marktkommunikation unterstützt. Sie ist kein Ersatz für SAP S/4HANA Utilities, sondern eine separate Cloud-Komponente, die gezielt an S/4U angebunden wird.

Während die Marktkommunikation in bisherigen On-Premise-SAP-Landschaften vollständig im eigenen Backend verarbeitet wird, verlagert die MaKo Cloud diese technischen Schritte in eine zentral von SAP betriebene Cloud-Umgebung. Das betrifft insbesondere die technische Verarbeitung, Prüfung und Weiterleitung von Marktnachrichten.

SAP MaKo Cloud als Zwischenschicht zwischen Marktpartnern und SAP S/4HANA Utilities.

Technisch bildet die MaKo Cloud damit eine eigene Schicht zwischen dem Energieversorger und den Marktpartnern. Nachrichten werden nicht mehr direkt aus dem lokalen S/4HANA-Utilities-System ausgetauscht, sondern laufen über die Cloud, die sie verarbeitet und weiterleitet. SAP S/4U bleibt dabei das führende Fachsystem, die Cloud übernimmt die technische Abwicklung dazwischen.

Die MaKo Cloud verfügt zudem über eine eigene Benutzeroberfläche, die parallel zur Fiori-Oberfläche in S/4HANA Utilities genutzt wird. Sie ist kein integrierter Bestandteil des S/4-Systems, sondern eine separat betriebene Umgebung, über die unter anderem Nachrichtenläufe, Verarbeitungsstände und technische Statusinformationen eingesehen werden.

Dabei hilft die SAP MaKo Cloud

Die eigentliche Stärke der SAP MaKo Cloud zeigt sich nicht im technischen Detail, sondern im täglichen Betrieb. Dort, wo Marktkommunikation heute oft Zeit, Aufmerksamkeit und personelle Ressourcen bindet, sorgt die Cloud für spürbare Entlastung.

Zentrale Pflege

In klassischen Systemlandschaften müssen Formatänderungen, Prüfregeln und technische Vorgaben regelmäßig im eigenen System angepasst werden. Mit der SAP MaKo Cloud entfällt dieser Pflegeaufwand weitgehend. Die zugrunde liegende technische Logik wird zentral durch SAP aktualisiert und automatisch bereitgestellt.

Energieversorger müssen Änderungen nicht mehr selbst analysieren, einspielen und technisch absichern. Stattdessen erhalten sie die aktuelle Marktkommunikationslogik direkt über die Cloud.

Leistungsfähige Verarbeitung

Die eigentliche Verarbeitung der Marktnachrichten erfolgt nicht mehr im eigenen System, sondern zentral in der SAP-Cloud. Dadurch bleiben Abläufe auch bei hoher Auslastung stabil und zuverlässig.

Gerade bei großen Datenmengen, etwa zu Abrechnungsläufen oder bei Marktrollenwechseln, lassen sich Nachrichten parallel und ohne spürbare Verzögerungen verarbeiten, unabhängig davon, wie stark das eigene Backend gerade ausgelastet ist.

Einheitliches Monitoring

Alle Marktnachrichten laufen über eine zentrale Plattform. Dadurch lassen sich Verarbeitungsstände, Fehler und Prozessdurchläufe an einem Ort überwachen.

Zusammenhänge zwischen einzelnen Prozessen werden transparenter, Auffälligkeiten lassen sich schneller einordnen und Störungen gezielter nachverfolgen.

Flexible Skalierung

Mit zunehmender Digitalisierung und immer mehr automatisierten Marktprozessen wachsen die Datenmengen stetig. Die MaKo Cloud ist darauf ausgelegt, dieses Wachstum flexibel aufzufangen, ohne dass interne Backend-Systeme erweitert oder technisch aufgerüstet werden müssen.

Rechenleistung, Verarbeitungsspitzen und Verfügbarkeit werden über die SAP-Cloud abgedeckt. Das reduziert den operativen technischen Aufwand im Unternehmen spürbar.

Herausforderungen der MaKo-Cloud

Mit der Einführung der SAP MaKo Cloud wird die Marktkommunikation in der Energiewirtschaft einheitlicher und zukunftsfähiger aufgestellt. Standardisierte, zentral gepflegte Abläufe ersetzen viele individuelle Sonderwege und schaffen eine stabile Grundlage, um Marktprozesse langfristig sicher und skalierbar zu betreiben.

Diese Modernisierung entfaltet ihren Nutzen jedoch nur, wenn sich auch das Zusammenspiel von Systemen, Prozessen und Zuständigkeiten entsprechend weiterentwickelt.

Neue Arbeitsweise

Mit der SAP MaKo Cloud verlagert sich ein Teil der täglichen Arbeit aus dem gewohnten S/4HANA-Umfeld heraus. Neben Fiori kommt eine zusätzliche Oberfläche hinzu, Protokolle sind anders aufgebaut und das Monitoring verteilt sich auf mehrere Systeme. Informationen entstehen an neuen Stellen und müssen aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden.

Im Alltag bedeutet das: Vorgänge lassen sich nicht mehr ausschließlich über bekannte SAP-Masken nachvollziehen.

Wer Marktprozesse steuert oder Störungen bewertet, muss sicher zwischen den Systemen wechseln, Meldungen richtig einordnen und Zusammenhänge über Systemgrenzen hinweg erkennen können. Nur so lassen sich Abweichungen rechtzeitig erkennen und korrekt bewerten.

Schnittstellen & Synchronisation

Durch die Verlagerung der technischen Marktkommunikation in die Cloud entstehen neue Übergabepunkte zwischen SAP S/4HANA Utilities und der MaKo Cloud. Nachrichten durchlaufen nun mehrere Systeme, werden weitergeleitet und zurückgespielt. Dabei können Informationen zeitversetzt ankommen oder an verschiedenen Stellen in unterschiedlichen Verarbeitungsständen vorliegen.

Fehler entstehen damit nicht mehr nur innerhalb eines einzelnen Systems, sondern auch im Zusammenspiel zwischen Cloud und Backend. Ursachen zeigen sich häufig erst im End-to-End-Verlauf. Umso wichtiger ist es, Verarbeitungsstände über Systemgrenzen hinweg richtig einzuordnen und Störungen gezielt bis zur tatsächlichen Ursache zurückzuverfolgen.

Abhängigkeiten von der Cloud

Mit der SAP MaKo Cloud liegt ein Teil der Marktkommunikation nicht mehr im eigenen System, sondern in der Cloud von SAP. Damit hängt die Verarbeitung von Marktnachrichten nicht mehr nur von der eigenen IT ab, sondern auch von der Erreichbarkeit der Cloud-Dienste und der Netzverbindung.

Kommt es zu Verzögerungen oder Störungen außerhalb des eigenen Systems, lassen sich Prozesse nicht mehr direkt beeinflussen. Reaktionszeiten verändern sich, und zeitkritische Marktprozesse müssen unter neuen technischen Rahmenbedingungen gesteuert werden.

Verantwortung und Anpassbarkeit

Viele individuelle Eingriffe, die vorher noch direkt im eigenen SAP-System möglich waren, sind in der SAP MaKo Cloud bewusst eingeschränkt. Statt zahlreicher Sonderlösungen greift hier ein einheitlicher Standard, der zentral von SAP vorgegeben und gepflegt wird. Das erhöht die Stabilität, reduziert jedoch den individuellen Handlungsspielraum.

Gleichzeitig muss klar definiert sein, welche Aufgaben im SAP S/4HANA Utilities liegen und welche in der MaKo Cloud abgewickelt werden. Diese Abgrenzung betrifft nicht nur die Technik, sondern auch die tägliche Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen:

  • Wer überwacht welche Prozesse?
  • Wo wird eingegriffen, wenn etwas stockt?
  • Und wer ist für die Klärung zuständig?
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Warum Anwenderschulungen für die MaKo Cloud entscheidend sind

Die SAP MaKo Cloud übernimmt viele technische Aufgaben automatisch. Damit verschiebt sich der entscheidende Erfolgsfaktor im Tagesgeschäft weg von der Technik und hin zum sicheren fachlichen Umgang mit Prozessen, Abweichungen und Störungen.

Gerade in der Marktkommunikation, in der Fristen, Rückmeldungen und Folgeprozesse eng ineinander greifen, wirken sich Fehleinschätzungen direkt auf Abrechnung, Marktprozesse und regulatorische Pflichten aus.

Im Betrieb zählt daher weniger, wer Systeme konfigurieren kann, sondern vielmehr, wer Prozesszustände richtig interpretiert, Auffälligkeiten korrekt bewertet und im entscheidenden Moment fachlich richtig reagiert.

Gleichzeitig verteilen sich die relevanten Informationen in der MaKo-Cloud-Architektur auf mehrere Systeme. Fachbereich und IT sehen oft unterschiedliche Teile desselben Vorgangs. Statusmeldungen und Fehler erscheinen an verschiedenen Stellen und die eigentliche Ursache lässt sich deshalb nicht immer sofort erkennen.

Genau hier entsteht im Alltag Unsicherheit:

  • Was ist ein fachlicher Fehler?
  • Was ist ein technisches Problem?
  • Und wo muss überhaupt eingegriffen werden?

Ohne Verständnis für diese Zusammenhänge bleiben Störungen länger unklar, werden falsch priorisiert oder an der falschen Stelle bearbeitet. 

Mitarbeitende müssen deshalb gezielt darauf vorbereitet werden, wie die Marktkommunikation in der SAP MaKo-Cloud konkret funktioniert und welche Auswirkungen ihr Handeln auf nachgelagerte Prozesse hat.

Die wichtigsten Kompetenzen für einen sicheren Betrieb der MaKo Cloud.

Dazu gehört insbesondere:

  • wie Nachrichten durch SAP S/4HANA Utilities und die MaKo Cloud fließen
  • wo Verarbeitungsstände, Logs und Statusmeldungen gefunden werden
  • wie sich Cloud-Fehler von Backend-Fehlern unterscheiden lassen
  • was bei Störungen von Cloud oder Schnittstellen im Prozess passiert
  • wie Störungen fachlich richtig priorisiert werden
  • welche fachliche Logik den neuen Abläufen zugrunde liegt (etwa beim Umgang mit APERAK statt klassischer CONTRL-Rückmeldungen)

Erst wenn diese Zusammenhänge sicher verstanden werden, lassen sich Marktprozesse stabil steuern, Abweichungen zuverlässig bewerten und Eingriffe gezielt durchführen.

Anwenderschulungen sind damit keine Begleitmaßnahme, sondern die zentrale Voraussetzung dafür, dass die SAP MaKo Cloud im produktiven Betrieb wirklich effizient und regelkonform genutzt werden kann.

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Die Einführung der SAP MaKo Cloud verändert die Marktkommunikation grundlegend.

Ob diese Veränderungen im Alltag zu mehr Stabilität oder zu neuen Unsicherheiten führen, hängt maßgeblich davon ab, wie gut Mitarbeitende die neuen Abläufe verstehen und sicher anwenden können.

Genau hier setzt die SAP 4U Akademie an. Unsere Schulungen sind praxisnah und speziell auf die Anforderungen von Energieversorgern zugeschnitten. Sie helfen Anwendern, Unsicherheiten abzubauen, Fehler zu vermeiden und Marktprozesse wieder souverän zu steuern.

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